EU fordert TikTok zur Deaktivierung von Infinite Scroll und Anpassung des Recommendation Engine auf

EU sagt, TikTok muss „suchtgefährdende“ Funktionen wie Infinite Scroll deaktivieren und seinen Empfehlungsalgorithmus überarbeiten

Die Europäische Union hat TikTok aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die Verwendung seiner Plattform weniger süchtig machend zu gestalten. Dies geschieht im Rahmen einer breiteren Bemühung, die digitale Sicherheit und das Wohlbefinden der Benutzer zu schützen. Insbesondere wird gefordert, dass TikTok Funktionen wie Infinite Scroll deaktiviert und seinen Recommendation Engine anpasst, um die Gefahren von übermäßigem Konsum zu minimieren.

Die Auswirkungen von Infinite Scroll auf die Nutzer

Die Funktion des Infinite Scroll ist in vielen sozialen Medien populär geworden, da sie den Nutzern hilft, kontinuierlich neuen Content zu konsumieren, ohne aktiv nach etwas Neuem suchen zu müssen. Während dies die Benutzererfahrung verbessern kann, zeigt die Forschung, dass solche Funktionen zu übermäßigem Gebrauch führen können. Studien belegen, dass endloses Scrollen zu einer Erhöhung der Bildschirmzeit, einer Abnahme der Produktivität und sogar emotionalen Problemen führen kann.

Psychologische Auswirkungen

Das endlose Scrollen beeinflusst direkt das Verhalten der Nutzer. Viele Menschen finden es schwierig, aufzuhören, obwohl sie wissen, dass sie bereits zu viel Zeit in sozialen Medien verbringen. Diese Form der Verhaltenssucht kann schwerwiegende psychologische und soziale Folgen haben. Der Druck, ständig „Up-to-Date“ zu sein, kann zu Angst und Stress führen.

Die Rolle der Europäischen Union

Die EU hat in den letzten Jahren verstärkt Maßnahmen ergriffen, um digitale Plattformen zur Verantwortung zu ziehen. Der Vorschlag, TikTok zur Deaktivierung von Funktionen wie Infinite Scroll zu zwingen, ist Teil eines umfassenderen Ansatzes, der sicherstellen soll, dass soziale Netzwerke gesunde Interaktionen fördern und die Benutzer nicht manipulieren. Kommission hat erkannt, dass Technologieunternehmen wie TikTok eine Verantwortung gegenüber ihren Nutzern haben, insbesondere wenn es um die psychische Gesundheit geht.

Empfehlungsalgorithmus unter der Lupe

Ein weiterer zentraler Punkt der Bedenken der EU ist der Recommend Engine von TikTok. Dieser Algorithmus analysiert das Nutzerverhalten, um Inhalte zu empfehlen, die das Interesse der Nutzer wecken könnten. Während dies eine effektive Methode ist, um Benutzerengagement zu fördern, kann es auch zu einer Filterblase führen, in der Nutzer nur Inhalte sehen, die ihre bestehenden Überzeugungen verstärken.

Die Gefahren von maßgeschneiderten Inhalten

Maßgeschneiderte Inhalte können dazu führen, dass Nutzer in ihrer eigenen Sichtweise gefangen bleiben. Die Gefahr von Desinformation und extremistischer Inhalte ist ein weiteres ernstzunehmendes Problem, das durch personalisierte Empfehlungen verstärkt wird. Die Europäische Union hat auf diese Herausforderungen reagiert, indem sie von TikTok verlangt hat, sorgfältiger zu überlegen, welche Inhalte empfohlen werden.

Regulierung und Compliance

Um sicherzustellen, dass TikTok die geforderten Änderungen umsetzt, wird die EU strenge Vorschriften erlassen. Diese Vorschriften werden nicht nur filtern, welche Arten von Inhalten verbreitet werden, sondern auch, wie lange Nutzer mit der App interagieren können. Die Einhaltung dieser Vorschriften könnte für TikTok entscheidend sein, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Die Reaktion von TikTok

Obwohl TikTok sich noch nicht öffentlich zu den spezifischen Anforderungen der EU geäußert hat, ist bekannt, dass das Unternehmen bestrebt ist, einen positiven Dialog mit den europäischen Regulierungsbehörden zu führen. TikTok könnte Technologien zur Identifizierung der Bildschirmzeit und zur Implementierung von Pausenfunktionen in Betracht ziehen, um den Vorschriften der EU gerecht zu werden.

Transparenz und Verantwortung

Ein wesentlicher Bestandteil der Reformen wird die Erhöhung der Transparenz darüber sein, wie TikTok Inhalte auswählt und zeigt. Die Nutzer müssen verstehen, wie ihre Daten verwendet werden und welche Faktoren diese Empfehlungen beeinflussen. Ein transparentes System könnte das Vertrauen der Nutzer in die Plattform stärken.

Zusätzliche Überlegungen

Um die Herausforderungen, die TikTok und ähnliche Plattformen betreffen, zu bewältigen, müssen auch andere einflussreiche Akteure in der Tech-Branche berücksichtigt werden. Die Forderungen der EU können als Pilotprojekt dienen, das möglicherweise auch auf andere Social-Media-Plattformen ausgeweitet wird. Instagram, Facebook und andere könnten ebenfalls gezwungen sein, ihre Algorithmen zu überarbeiten, um die Nutzersicherheit und -gesundheit zu gewährleisten.

Globale Trends in der digitalen Regulierung

Die EU ist nicht die einzige Region, die solche Vorschriften in Betracht zieht. Ähnliche regulatorische Bewegungen sind auch in den USA, Kanada und Australien zu beobachten. Der Druck auf Tech-Unternehmen, verantwortungsbewusster zu handeln und die Sicherheit ihrer Nutzer zu priorisieren, wächst weltweit. Das könnte zu einem Paradigmenwechsel in der Art und Weise führen, wie soziale Medien betrieben werden.

Fazit

Die Aufforderung der EU an TikTok, „suchtgefährdende“ Funktionen wie Infinite Scroll zu deaktivieren und den Empfehlungsalgorithmus zu überarbeiten, ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer sichereren digitalen Umgebung. Es bleibt abzuwarten, wie TikTok reagieren wird und wie effektiv diese Änderungen in der Praxis sein werden. Es könnte eine neue Ära einleiten, in der soziale Medien nicht nur unterhaltend, sondern auch sicherer und verantwortungsbewusster sind.

Für weitere Informationen, lesen Sie den vollständigen Artikel auf TechCrunch.

Veröffentlicht am 08.02.2026

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